Montag, 11. Juni 2012

Ausgehorcht. Kamran, der Verrückte.

Von Couch zu Couch durch den Iran. Teil 1

Eines vorweg: aus den in der Geschichte folgenden Gründen wurden Namen und Orte geändert oder unkenntlich gemacht...

Die Iranische Regierung zensiert das Netz. Facebook, geblockt. YouTube, geblockt. Alle Seiten großer ausländischer Medienunternehmen, geblockt. Jegliche Blogseiten, geblockt. (Man verzeihe das Wortspiel) Das Couchsurfing Portal, bester Freund aller Reisender mit knappem Budget, mehr oder weniger geblockt. Ein Problem das aber nur in Internetcafés besteht. Auf allen privaten Rechner sind Programme installiert die die Verbindung zu Servern in den USA, in Deutschland oder auch in der Antarktis umleiten und so den freien, unzensierten Internetzugang gewährleisten.

Durchgeplant. Aftab, der Rastlose.

Von Couch zu Couch durch den Iran. Teil 2

Eine gänzliche andere Couchgeschichte als in der Wüstenstadt erlebten wir in Isfahan, der wohl grünsten Stadt des Iran. Nun ist der Iran im Gegensatz zur westlichen Vorstellung ein sehr grünes Land, doch Isfahan ist ein Nummer für sich. Ein breiter Fluss durchschneidet die Stadt, 7 architektonisch sehr verschieden Brücken verbinden sie wieder. Links und rechts am Ufer gesäumt von weitläufigen Parkanlagen. Das Zentrum der Stadt bildet der unter dem Weltkulturerbe stehende Imam Platz. Ein von Mauern und Arkaden verbundesnes Gebilde, bestehend aus 3 Moscheen und dem ehemaligen Palast des Schahs. Der Platz innerhalb der Mauern diente einst dem Schah, vom Palast aus, Polo Wettkämpfe zu beobachten. Heute flanieren hier Ortsansässige und Touristen zwischen Grünflächen, Fruchtbäumen und Brunnenanlagen. Diesen zu besuchen wurde uns von unserem dortigen Couchhost, Aftab vorerst mehr oder weniger verboten.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Gefangen im Käfig

Von Astara nach Astara

Eingesperrt. In einem Käfig. Zusammen mit Polly und 15 anderen Personen. Der Untergrund besteht aus einer Mischung aus Müll und festgetretenem Matsch. Was geruchstechnisch schon anstrengend genug wäre, wird durch eine dezente Urinnote an die Grenze des ertragbaren getrieben. Bewegen kann ich mich nicht. Der Käfig ist bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgereizt. Durch die Gitterstäbe hindurch blicke ich auf zwei weitere Käfige die sich, ebenso zum Bersten gefüllt, nur wenige Meter von mir entfernt befinden. Vor uns ein Bretterverschlag, mit ebenso hölzernen Türen welche von den den Käfigen umrahmt werden. Das Licht ist schummerig und es ist erdrückend heiß. Sporadisch öffnen sich die Türen und ein paar wenige, glückliche treten ins unbekannte Licht. So muss sich Vieh auf dem Weg zur Schlachtbank fühlen. Zu unserem Glück befinden wir uns im kleinsten der Käfige und hoffen daher auf ein schnelles Entrinnen. Der Grund für die ganze Situation: Es handelt sich um einen Grenzübergang. Er soll uns in den Iran führen.

Dienstag, 22. Mai 2012

Vom Winde verweht

Baku. Songcontest und verschwundene Botschaften

„You are here for Eurovision?“ Immer wieder wurde mir in Baku diese Frage gestellt. 4 Wochen nach meiner Ankunft in der Hauptstadt Aserbaidschans sollte der nicht so ganz europäische Songcontest beginnen. Mein Interesse daran hielt sich, gänzlich untypisch, in Grenzen. Den deutschen Beitrag dafür kenne ich bis heute nicht. Niemals aber hätte ich gedacht dass es schwierig werden könnte diesem Medienspektakel aus dem Weg zu gehen, bin ich doch nur nach Baku gekommen um mir meine Visa für Zentralasien zu organisieren. Die Stadt des Windes sollte von einem Sturm heimgesucht werden der nicht ohne Folgen bleiben wird. Denn die Stadt hat vieles, eines dagegen üblicherweise nicht: Touristen.

Fotogalerie: Azerbaijan

Durch anklicken der Slideshow gelangt man zu meinem Picasa-Webalbum und sieht dort die Fotos in höherer Auflösung.

Nichts ist umsonst

Diskussionsbedarf

Eigentlich hätten wir es wissen können. Schon als ich mit Polly und Anna, nach langer Kontrollprozedur, die Grenze von Georgien nach Aserbaidschan überschritt wurde uns eines bewusst: In Aserbaidschan läuft einiges anders als in Georgien. Und es beginnt beim Trampen.
In Georgien war das größte Problem dass es sehr lange dauern kann, auch wenn wir nie länger als 10 Minuten am Straßenrand standen. Die Fahrer wollten uns unbedingt die örtlichen Sehenswürdigkeiten zeigen, oder führten zu viel gekühltes Bier mit sich, dass natürlich getrunken werden muss bevor es warm wird. In Aserbaidschan schien es zunächst als wäre es ebenso einfach. Von der Grenze weg fahren wir per Anhalter in die nächstgelegene Stadt um von dort einen Zug nach Baku zu nehmen.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Wild, störrisch, schwanger

Reitausflug in Georgien.

Das letzte mal dass ich auf einem Pferd saß muss gute 15 Jahre her sein. Während eines Familienurlaubes in Kroatien unternahmen wir eine Reittour. Das Pferd dass mir damals zugewiesen wurde war ein störrischer alter Gaul. Mehrmals versuchte er mich abzuwerfen, die restliche Zeit verbrachte er damit sich bei jeder Gelegenheit den Wanst vollzuschlagen. Seit diesem Zeitpunkt sind mir Pferde etwas suspekt und ich vermied es mich auf deren Rücken zu befinden. Und doch lasse ich mich von meinen beiden Reisebegleiterinnen, Polly und Anna, dazu überreden einen Reitausflug zu unternehmen. Man will ja nicht nachtragend sein. Unsere Unterkunft organisiert uns einen jungen Guide, der uns am nächsten Morgen, zusammen mit 4 Pferden, am Ortsschild eines kleines Dorfes erwartet.