Donnerstag, 24. April 2014

Namasté

Das magische Tor.

Nur noch ein paar Meter. Nur noch ein paar Schritte und ich erreiche endlich das was die ganze ganze Zeit vor mir lag. Es ist greifbar. Das Land der tausend Farben und der aber tausend Götter. Vor mir baut sich ein gewaltiger, verzierter Torbogen auf. Die magische Schwelle zum versprochenem Wunderland. In einem kleinen Büro, direkt neben dem Torbogen, wird noch kurz der Austrittsstempel Nepals in den Pass gedrückt und schon durchschreite ich den Durchgang. Es folgen Reizüberflutung, Erstaunen und eine etwas zeitverzögert eintretende Verwirrtheit. Es folgt Indien.

Samstag, 19. April 2014

Und jährlich grüßt der Osterhase

Mir der bevorstehenden Winterflucht vom anderen Ende der Welt erwacht auch die Motivation neue Projekte in Angriffe zu nehmen und der Lethargie zu entkommen. Eastboundaround wird daher mit etwas verändertem Konzept neugestartet. Es wird mehr visuell und wieder aktueller. Um auch den vielen Menschen die ich unterwegs kennen lernen durfte eine Möglichkeit zu geben hier mitzulesen wird eastboundaround in Zukunft in Englisch erscheinen, Nebenbei wird es auch dazu führen mich kürzer zu halten. Längere Geschichten in deutsch wie vor der Pause werden aber noch ab und zu erscheinen. Ich habe noch ein paar, keine Sorge. Den kontinuierlichen Ablauf einzuhalten fällt an diesem Punkt aber einfach zu schwer. Um das bisher gepostete vorerst abzuschließen gibt es noch eine kurze Geschichte über den Ausgang meiner Reise nach Indien. Bis dahin. Frohe Osterfeiertage.


Donnerstag, 2. Mai 2013

Aus dem Dschungel, in den Dschungel

Eine unerwartete Begegnung

Es gibt Geschichten die einfach zu schreiben sind, weil man sie schon hundert mal erzählt hat. Sie sind fertig und warten nur darauf abgetippt zu werden. Das nun folgende ist so eine Geschichte. Entstanden aus nur einem kurzen Augenblick einer Begegnung. Ein Moment in dem ein ganzer Film abläuft. Man kann solche Situationen nicht vorhersehen oder konstruieren, sie treffen einen an den verschiedensten Plätzen und zu willkürlichsten Zeiten. Man kann aber die Wahrscheinlichkeit darauf erhöhen. Wenn man Glück hat, wird man dann für ein paar Sekunden ein Teil von etwas unwirklichem. Man sieht es, man spürt es, aber begreifen kann man es nicht bevor, ein paar Augenblicke später, der Zauber vergangen ist und mit dem fallenden Vorhang, die Normalität zurück ins Leben tritt.

Dienstag, 16. April 2013

Götter, Sadhus und garstige Affen

Spaziergang durch Kathmandu.

Verdammtes Kathmandu. Gerade noch ausgewichen und dem vorbei rauschendem Motorrad entkommen. Der Wohlfühl-Schalter schwenkt sofort wieder um. Gedankenverloren, schlendernd, bahne ich mir meinen Weg durch die „Rikscha“ schreiende, und „Haschisch“ murmelnde, Menge. Alles ist laut, alles ist bunt. Großartiges Kathmandu. Und dann, wie aus dem Nichts, drei aufeinanderfolgende Gedanken: Warum habe ich meine angenehme Dachterrasse gegen dieses Chaos getauscht? Werde ich den Affen je aus meinem Kopf bekommen? In welche Richtung bin ich eigentlich unterwegs?

Montag, 1. April 2013

Shangrila

Paradise Park. Eintritt 15 Euro.

1933 schrieb der englische Schriftsteller James Hilton einen Roman, mit dem Titel „Lost Horizon – Der verlorene Horizont“. Die fiktive Handlung dreht sich darin um einen zusammengewürfelten Haufen aus Engländern und Amerikanern, die während eines Aufstandes aus dem von den Engländern besetzten Indien fliehen müssen. Ihr dabei verwendetes Flugzeug gerät in Turbulenzen und muss notlanden. Irgendwo im Himalaya. Auf wundersame Weise gelangen die Überlebenden in ein verborgenes, paradiesisches Tal, welches utopisch gut von einem Lamakloster regiert wird. Die darin lebenden Mönche, zumeist Europäer, erwarten die Apokalypse und horten nebenbei das gesamte Wissen der Welt. Als Zusatzbonus altern sie in diesem Tal nur sehr langsam und haben daher genügend Zeit ihre, aus dem Westen mitgebrachten, Annehmlichkeiten beim Studium der ewigen Weisheit zu genießen.

Donnerstag, 21. März 2013

Der Schatten

Über das Schreiben.

Ich werde verfolgt. Dessen bin ich mir sicher. Was ist ein Reisender ohne jemand der ihn verfolgt? Mein Verfolger erinnert mich an den Detektiv Fix, der Phileas Fogg auf seiner Reise um die Erde verfolgte. In Gedanke sehe ich wie er wie ein Spürhund durch die Erlebnisse schnüffelt. Er gräbt, findet und sortiert seine Informationen um sich daraus ein Bild zu machen. Mit jedem Puzzlestück kommt er wieder einen Schritt näher. Er ist weit weg, aber er ist mir auf den Fersen. Manchmal schneller, meist aber langsamer. Und doch gebe ich ihm Nahrung, auf dass er nicht kraftlos auf der Strecke bleibt. Wer will schon seinen eigenen Schatten verlieren wenn er sich einmal daran gewöhnt hat.